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Bildung mit Haltung und Herz

Unser neues Leitbild

  1. Unsere Schulkultur

Unsere Schule ist seit über einhundert Jahren fest im Hamburger Westen verwurzelt und hat sich im Jahr 2009 nach Marion Gräfin Dönhoff benannt. Ihre Persönlichkeit steht für Unabhängigkeit, für gelebtes soziales und politisches Engagement sowie für eine wachsame und differenzierte Haltung gegenüber gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen. Marion Gräfin Dönhoff wünschte sich Schüler:innen, die „bereit sind, Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen.“[1] Und sie betonte den Mut, den es erfordert, sich notwendigen Veränderungen zu öffnen und für sie einzustehen.

Wir leiten daraus für unsere Schule das Ziel ab, Schüler:innen freiheitlich-demokratische Werte zu vermitteln, diese zu leben und den Mitgliedern der Schulgemeinschaft praktische Mitbestimmungsmöglichkeiten einzuräumen. Unsere Schulkultur ist bewusst so konzipiert, dass sie über das reine Lernen hinausgeht. Werte wie Empathie, Hilfsbereitschaft, Solidarität, Offenheit und Respekt sind uns in unserer inklusiven Gemeinschaft wichtig. Demokratie lernen und erleben sowie die Übernahme von Verantwortung für die Gemeinschaft sind zentrale Anliegen am MDG. Wir verstehen uns als eine weltoffene Schule, in der wir uns den Grundwerten der Europäischen Union verpflichtet fühlen.

Wir (Schüler:innen, Lehrende sowie Eltern) begreifen die Arbeit an unserer Schule als einen gemeinsamen Prozess, der auf diesen Orientierungen basiert, und laden alle zur konstruktiven Mitarbeit ein. Unsere aktuelle Entwicklungsschwerpunkte legen wir in Ziel- und Leistungsvereinbarungen fest.

2. Unsere Schulgemeinschaft

In unserer Schule herrscht eine freundliche und offene Atmosphäre, Schüler:innen sollen sich willkommen und wohl fühlen. Wir handeln wertschätzend, diversitätssensibel und diskriminierungskritisch. Seit Jahren sind wir Teil der Initiative „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ und tragen diese Themen diskursiv in den Schulalltag (Diversity-AG).

Wir pflegen einen vertrauensvollen und angstfreien Dialog und achten die individuellen Bedürfnisse anderer. Die Verlässlichkeit in Bezug auf gemeinsam abgesprochene Regeln ist uns wichtig. Das MDG soll ein sicherer Ort für alle Mitglieder der Schulgemeinschaft sein. Jedes Mitglied der Schulgemeinschaft handelt als Vorbild für Andere.

Unsere Schule pflegt eine Feedback-Kultur, in der sich Schüler:innen, Lehrende, Eltern und die Schulleitung gegenseitig konstruktive Rückmeldungen über ihr Handeln und insbesondere den Unterricht geben. Wir setzen uns für schulische Rahmenbedingungen ein, die neben fachlichen Leistungen auch das seelische Wohlbefinden und die Resilienz von Schüler:innen fördern. Die Schulzeit am MDG bereitet Schüler:innen ganzheitlich im Sinne der Life Skills auf ihren Lebensweg vor.

Lehrende am MDG arbeiten häufig kollaborativ und verstehen sich auch als Begleiter:innen, die Lernumgebungen schaffen, in denen Kreativität, kritisches Denken und Selbstvertrauen wachsen können. Sie motivieren Schüler:innen durch konstruktives Feedback, Empathie und die Fähigkeit, Lernprozesse individuell zu unterstützen. Lehrkräfte sind am MDG auch Lernende. Wir entwickeln unsere Unterrichtsformen und -inhalte im Sinne einer Verbesserung der Unterrichtskultur ständig weiter. Dabei nutzen wir transparente Entscheidungsprozesse und schaffen einen Ausgleich der unterschiedlichen Interessen und Bedürfnisse.

3. Persönlichkeit im Mittelpunkt

Wir nehmen uns selbst und einander in unserer Individualität wahr und gehen akzeptierend mit dieser um. Wir streben eine Zusammenarbeit zwischen Schüler:innen und Lehrenden auf Augenhöhe an. Wir pflegen eine offene und wertschätzende Kommunikation und sorgen für klare, transparente Zuständigkeiten.

Unser Gymnasium bietet den Schüler:innen Möglichkeiten der individuellen Schwerpunktsetzung im Unterricht und über den Unterricht hinaus. Schüler:innen gestalten den Unterricht mit. Wir bieten Förderkurse für Schüler:innen mit Unterstützungsbedarf sowie Vertiefungsangebote für besonders interessierte Lernende. Wir fördern soziales Engagement, Begabungen und Talente. Deshalb ermuntern wir unsere Schüler:innen ausdrücklich zur Teilnahme an Wettbewerben und unterstützen sie bei der Durchführung ihrer Projekte (z.B. im „Förderband“ sowie in Themen- und Projektwochen).

Wir unterstützen unsere Schüler:innen mit einem breit gefächerten Beratungsangebot. Bei psychosozialen Anliegen unterstützt das Beratungsteam systemisch. Die Beratung ist vertraulich, ergebnisoffen, allparteilich und freiwillig. Wir intervenieren bei Anliegen professionell und direkt, genauso wichtig aber sind uns präventive Maßnahmen für das Wohlbefinden aller Schüler:innen. Wir verfolgen ein Konzept der Gesundheitsförderung, das physische und psychische Aspekte gleichwertig berücksichtigt. Suchtprävention, Sexualaufklärung und Resilienztraining sowie das Vermitteln von Medienkompetenz sind verbindlich im Schulalltag verankert. Darüber hinaus nimmt die Bewegungsförderung einen hohen Stellenwert ein. Durch den gezielten Einsatz bewegter Lernformen im und außerhalb des Unterrichts stärken wir die psychische Widerstandskraft und schaffen einen gesundheitsförderlichen Ausgleich zu den kognitiven Anforderungen des Schulalltags.

Unsere Schule begleitet Schüler:innen frühzeitig und verlässlich auf ihrem individuellen Weg der Berufs- und Studienorientierung. Unser Ziel ist es, bereits ab Jahrgangsstufe 5 Orientierung zu geben, Perspektiven zu eröffnen und Eigenverantwortung zu stärken. Wir informieren leicht zugänglich zu Ausbildung, Studium bzw. weiteren Bildungswegen und beraten Schüler:innen individuell dabei, einen zukunftsorientierten Weg zu finden.

Vielfältige Praxiserfahrungen, Praktika, Ausbildungsmessen und Kontakte zur Berufswelt eröffnen Einblicke in unterschiedliche Berufsfelder und Bildungswege. Dabei arbeiten wir eng mit außerschulischen Partnern zusammen.

4. Soziales Lernen, gesellschaftliches Engagement und kulturelle Bildung

Die Stärkung der sozialen Kompetenzen von Schüler:innen ist uns wichtig. Darunter verstehen wir eine lebendige Vermittlung und das Erleben von Werten wie Toleranz und Aufrichtigkeit sowie die Bereitschaft, Verantwortung füreinander zu übernehmen. Die Entwicklung der Fähigkeit zur Wahrnehmung und Anerkennung der Bedürfnisse bzw. Interessen der Anderen, d.h. Empathie und Perspektivwechsel, sind uns wichtig. Wir fördern das soziale Lernen mit gezielten Maßnahmen – beispielsweise mit der Durchführung eines Sozialpraktikums  oder dem Klassenrat. Wege konstruktiver Konfliktbewältigung im Sinne unseres Konfliktleitfadens sind uns wichtig.

Unsere Schule greift aktuelle gesellschaftspolitische Fragen auf. Ziel ist es, Schüler:innen dabei zu unterstützen, sich selbst zu reflektierten. Wir fördern ihre Entwicklung zu demokratisch handelnden Personen, die sich als politische Menschen verstehen und mutig Position für ihre sowie gemeinschaftliche Interessen beziehen.

Das MDG eröffnet kulturell vielfältige Begegnungen und fördert soziale Beziehungen nicht nur in der Schule, sondern auch im Stadtteil und darüber hinaus. So nehmen wir an gesellschaftlichen, kulturellen oder politischen Aktivitäten im Umfeld der Schule teil und arbeiten mit umliegenden Institutionen zusammen. Als ErasmusPlus-Schule  mit mehreren internationalen Schulpartnerschaften sind wir davon überzeugt, dass der Austausch mit Menschen aus verschiedenen Ländern der Europäischen Union eine wichtige Ergänzung für das eigene Lernen, die Entfaltung interkultureller Kompetenz sowie für die Motivation und Befähigung zur Mitbestimmung und Gestaltung einer friedlichen, gerechten und freien Welt darstellen. Dazu bieten wir ein differenziertes Angebot bilingual unterrichteter Fächer sowie das Hamburger bilinguale Zertifikat.

Unser Schulleben bietet ein vielfältiges und umfangreiches kulturelles Handlungs- und Erfahrungsfeld, das eng mit dem Unterricht vernetzt ist und von allen Mitgliedern der Schulgemeinschaft rege genutzt wird. Theateraufführungen, Ausstellungen, Konzerte, Feste und Begegnungsanlässe gestalten und prägen das Zusammenleben. Schulische Aktivitäten werden konzeptionell und organisatorisch so umgesetzt, dass sie das Zusammengehörigkeitsgefühl aller Beteiligten stärken. Schüler:innen sowie Eltern organisieren eigene Veranstaltungen und beteiligen sich mit Ideen und Initiativen in den schulischen Gremien und Arbeitsgemeinschaften.

5. Lernen am MDG

Es ist uns ein zentrales Anliegen, unsere Schüler:innen in einer Zeit weitreichender gesellschaftlicher Veränderungen individuell zu fördern, sie dabei zu unterstützen, ihre Potentiale zu entfalten und sie so bestmöglich auf ihr weiteres Leben vorzubereiten.

Unterricht

Der Unterricht ist stärkenorientiert, phasenweise forschend, fächerverbindend, projekt- und handlungsorientiert gestaltet. Auch das „Lernen durch Lehren“ („Peer-To-Peer“) ist uns wichtig. Im Unterricht gehen wir konstruktiv mit Fehlern um. Er beinhaltet digitale und analoge Phasen, die einen Kompetenzerwerb für die zukünftige Lebens- und Arbeitswelt ermöglichen. Schüler:innen lernen verstärkt selbstgesteuert, individualisiert und kollaborativ und erleben so Selbstwirksamkeit im Lernprozess.

Der Unterricht weckt die Neugier von Schüler:innen. Lehrende unterstützen unterschiedliche Zugänge zum Verstehen mit ganzheitlichen Unterrichtsmethoden. Im Mittelpunkt von Lernprozessen steht die Stärkung der Urteilskompetenz. Wir legen großen Wert darauf, dass eigene Standpunkte formuliert und die Standpunkte anderer verstanden werden. Dabei beziehen wir verschiedene Lebensrealitäten ein und hinterfragen stereotype Darstellungen bzw. gesellschaftliche Machtstrukturen.

Räume

Unsere Schulgebäude und das Gelände bieten Räume, um die unterschiedlichen Bedürfnisse aller an Schule Beteiligten nach Lernen, Kommunikation, Rückzug, körperlicher Aktivität und Wohlbefinden zu berücksichtigen.

Digitalität

Das MDG steht für digital unterstütztes Lernen. Medienkompetenz sowie ein kontrollierter, reflektierter und kritisch-produktiver Umgang mit digitalen Technologien, insbesondere auch mit künstlicher Intelligenz, sind für uns von zentraler Bedeutung (Link). Schüler:innen sowie Lehrkräfte bewegen sich kompetent und verantwortungsbewusst im digitalen Raum. Sie kennen Möglichkeiten und Grenzen digitaler Systeme und entwickeln ein Bewusstsein für die Auswirkungen digitaler Medien auf sich selbst und die Gesellschaft.

Wir gehen sorgsam mit Bildschirmzeiten um und haben ein differenziertes Konzept zur Nutzung digitaler Endgeräte in den Pausen.

Bildung für nachhaltige Entwicklung

Als Klimaschule übernehmen wir Verantwortung: Die Achtung und den nachhaltigen Umgang mit der Natur betrachten wir als übergeordnetes Lernziel, das in Unterrichtsinhalten, Projekten, Arbeitsgemeinschaften und im schulischen Alltag verankert ist. Schüler:innen setzen sich mit ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Fragestellungen auseinander und entwickeln ein Bewusstsein für die Auswirkungen ihres Handelns. Wir verstehen Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) als Beitrag zur verantwortungsbewussten Gestaltung unserer Gegenwart und Zukunft. Wir gestalten auch unsere Lernkultur zunehmend nachhaltig.

Verabschiedet auf der Schulkonferenz vom 03.November 2026

[1] Quelle: Marion Gräfin Dönhoff: Toleranz statt Arroganz. Eine Rede an die Schüler des Marion-Dönhoff-Gymnasiums – vom 13. April 2000, https://www.zeit.de/2002/04/doenhoff_2_000413.xml (letzter Zugriff: 20.3.2026)

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